May the torque be with you.


Mittwoch, 25. März 2020

W-Mut.............. zurück zur Kawasaki W650

Nach der Probefahrt mit der neuen KTM 690er SMC dachte ich eigentlich, das Frühjahrs-Motorrad 2020 wäre gefunden. Die Kiste ist echt ein Evolutionssprung zur 690er Duke von 2012.
Da läuft alles geschmeidig und halbwegs gediegen. Das Ding hat Power und ist dennoch super zu kontrollieren, die Kupplung ein Traum und die nach oben raus aufgesattelten 1200 U/min zusammen mit dem Shifter machen das Fahren in jeder Lage zur Freude.

Dumm nur, dass auch an dieser KTM gerne mal was nicht funzt und auf Stehenbleiben hab ich nach der Duke wenig Lust...
und wenn ich doch mal liegenbleiben will, dann nehme ich ohnehin direkt eine der beiden Betas.

OK, da stand bei Mobile auch noch eine 99er W650, die nicht so ganz astronomisch teuer war und noch im Einzugsgebiet lag.
Gelackt in Blut und Eiter (rot/beige) entsprach sie ja nicht so meinen colorierten Träumen, aber sie sah auf den Bildern echt noch gut aus.


Aber lasst euch davon nicht täuschen, als ich sie life sah, hab ich schon überlegt, ob wir nicht besser gleich fahren, denn das Schutzblech und der Tank hatten Beulen und der Lack und das Alu waren .... na ja, Streuselkuchen trifft es ganz gut.
Na , jetzt sind wir da, dann schauen wir auch mal genauer.
Technisch war sie bis auf einen fast gänzlich funktionslosen Ruckdämpfer im Hinterrad, eine irgendwie krass überdämpfte Gabel und ein rechts falsch eingespeichtes Hinterrad ziemlich gut.
Dazu noch 3 Jahre jünger als in der Anzeige beschrieben.



Auf der Habenseite gibt es fürs Geld eine Corbin-Sitzbank, Träger und Koffer, Sturzbügel und Ikon Dämpfer der zweiten Generation dazu. Alles Dinge, die ich sofort abschrauben und verticken werde. Eine neue Bremsscheibe ist auch montiert.



Der Motor nahm erst nach 2-3 Minuten vernünftig Gas an, ich denke mal die Leitpaste der Heizpatronen im Vergaser ist ausgetrocknet.


Beim Fahren kann man die Sitzhöhe des Fahrzeuges durch häufiges kurzes Ziehen der Vorderbremse verringern, da die Gabel nicht mehr schnell genug ausfedert und immer weiter einsackt.
RISIKO! Da könnte auch was kaputt sein.

Die Preisverhandlungen zogen sich etwas hin, aber da ich das ganze Zubehörgeraffel eh verticken wollte, ich den Preis nochmal 20% runter handeln konnte und plötzlich noch zwei sehr gute Auspufftüten ins Spiel kamen, deckte sich das Ganze wohl irgendwie irgendwann mit meiner oberen Schmerzgrenze.

Es wurde spät, bis die Kiste dann vor dem blauen Haus in Löf stand, aber dank Corona-Panik ging es am nächsten Tag bei strahlendem Sonnenschein schon mit dem Entkernen los.
Tank runter, Bügel und Sitzbank ab, Gepäckbrücke demontiert und Rücklicht ab.
Dann ab auf die Bühne und schon mal das neue Kleid (Tank in Strato-Silber und Alu-Höcker) anprobiert.
















Hurra, sieht schon viel mehr nach meinen neuen Schatz aus.
Weiter...........
Motorrad-Stahl-Diät mit vier Buchstaben...........................kleiner Tipp.


FLEX!

Halt, zuerst noch die Gabel raus und mal checken, was da so schief läuft. Erstes Aufatmen, sie ist wohl gerade und nicht verzogen. Dem Öl fehlt die bei Gabelöl charakteristische Duftnote und zwischen den Fingern fühlt es sich an wie Motoröl. Für ein 10er Öl ist es definitiv zu dickflüssig.

Ja, und dann offenbarten sich beim Öffnen des zweiten Gabelholms auch schon die bei so einem alten Motorrad gefürchteten Basteleinlagen der Vorbesitzer.
Ja, man kann halt nicht alles prüfen, jedenfalls gab es am Motorrad wenig bis keine vermatzten Schraubenköpfe oder vergleichbare Anzeichen von Bastelwut.

Aber hier hatte wohl jemand die original Gabelhülsen verlegt und die eine kurzerhand durch ein abgesägtes Wasserrohr ersetzt. Das wäre mir ja auch noch egal gewesen, hätte er es wenigstens gerade abgesägt und die Stahlscheiben zum Alustopfen hin und nicht auf der Feder (mit gerader Büchse wäre das richtig) montiert. So hat sich die "spitze Seite" etwas in den Stopfen eingearbeitet.
Egal, die bestellten Wirth Federn kommen ohnehin ohne diese Hülsen aus.



Jetzt warte ich erstmal auf die Neuteile. Dann geht's weiter.
Ich muss zugeben, ich bin gerade etwas ungeduldig.

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