Montag, 10. August 2020

Chaberton 2020 -----A View To A Kill

"Meeting you with a view to a kill. 

Face to face, in secret places. Feel the chill."


Mit etwas Abstand auf die 10 Stunden am Chaberton zurückblickend, geht mir der alte Duran Duran-Song nicht mehr aus dem Kopf.
Das war schon eine aufregende Geschichte. Und wie unerwartet früh das Abenteuer losgehen sollte.

Eigentlich war der Chaberton als Ziel nicht unbedingt gesetzt, aber als sich das gute Wetter festsetzte und auch der kalte Wind, der mich noch am Jafferau begleitete, abrupt endete, hatte ich plötzlich irre Lust auf "quäl dich, du Luder". Oder anders gesagt, mir laufen die Jahre davon, also noch einmal alles geben und dann darauf zurückblicken können.
Zur Strecke! Vor 4 oder 5 Jahren war ich schon mal oben, hatte ich mich aber etwas verfahren und mit einem technischen Defekt lange herum gequält. Der Fehler würde mir dieses Jahr nicht unterlaufen und somit sollten die 
2000 Höhenmeter und 
28 km Streckenlänge trotz langer
Trage- und Schiebepassagen
problemlos zu meistern sein.
Es sollte anders kommen, aber der Reihe nach.

Tief und fest hab ich verschlafen und so ist es schon fast 10 Uhr, als ich Fenils erreiche. Die Parkplätze sind erstaunlich leer und ich mache schon mal 25 Höhenmeter gut, weil ich am oberen Ende parken kann.
Die Piste bis zur Alm ist in gutem Zustand und es kurbelt sich flott über die ersten Kilometer. Leider ist der Brunnen trocken. Da ich nur 1 Liter Wasser mit bei habe, hätte ich mir da gerne noch einen Schluck gegönnt.

Der Weg wird nun steiler und ruppiger und endet bereits ziemlich früh zwischen km 4 bis 6. Da hat ein Erdrutsch die gesamte Straße im Bogen über 30 Meter verschüttet bzw. in die Tiefe gerissen.
Die Masse ist extrem locker und jeder Schritt wird von herab rieselndem Schotter begleitet.


Oben über die Mauerreste ergibt sich eine 20 cm breite geschotterte Spur, an deren Ende man von der Mauer hüpfen kann und einem 7 cm breiten Sims bis zum Schotterfeld links außen entlang folgen kann.
Die letzten beiden Schritte zum Schotterfeld sind stark geneigt. Ohne Rad in der Hand kommt man ganz gut rüber, zurück sogar noch leichter. Nur mit dem Rad auf den Schultern ist es arg gefährlich.



Ich schaue mal, wie weit ich mit dem Rad auf der Schulter komme. Schon der Einstieg in der Ecke ist grenzwertig und ich schaffe es bis zur Mauer, bevor es mich fast in die Tiefe reißt. Hier komme ich so nicht weiter. Ich versuche, die Stelle über den Weg zum Lac Desert zu umfahren.


Nach 3 km muss ich aber einsehen, dass auch dieser hübsche Trail nur an der Scharte empor führt, aber nicht darüber .
Also nochmal zurück. Die Passage sieht immer noch nicht besser aus, aber wenn ich das Rad zerlege, könnte ich unten durch die Scharte steigen und über das Schotterfeld wieder nach oben. Mal sehen, was der zerfressene Oberschenkelknochen dazu sagt. Ein letzter Blick aufs Handy. Bella Italia, ich hab hier volles Netz.
Also Räder raus, Akku ab und das Ding geschultert. 
Nach einem Tritt ins unerwartet lockere Gestein ging es dann auch flotter runter als erwartet. Dafür ging es ziemlich zäh nach oben. Zwei Schritte vor, einen zurückrutschen. Grrrr.



Eine halbe Flasche Wasser später ist es dann vollbracht, wobei ich die leichten Räder und den Akku oben rum getragen habe. Da die nicht so sperrig sind, konnte man das riskieren und für den Rückweg hab ich auch schon eine andere Idee, wie ich da kräftesparender drüber komme.


Da hier mit Sicherheit weder Bagger noch Raupe vorbei kommen, sieht der weitere Weg auch ziemlich  naturbelassen aus. Überall liegen kindskopfgroße Steine auf dem Weg und ca. 20 Muren, über die man drüber muss. Dann erreicht man endlich die bekannte Stelle, an der schon so viele Motorradfahrer umkehren mussten. So mit eingehängtem Fahrrad sieht es gar nicht so schlimm aus, aber tatsächlich ist nur das 15 cm breite Stück am Fels gerade. Danach neigt sich der Weg schnell zum Abgrund und ist somit unbefahrbar.



Keine 20 Meter weiter hat die Natur einen weiteren Sperrriegel platziert. Aber auch der lässt sich "ertragen".


Wo wir gerade das Tragen geübt haben, werden wir es nun perfektionieren. Denn das folgende Stück zum Colle dello Chaberton (den französischen Namen hab ich gerade nicht parat) ist gewissermaßen eine Schiebung. Es ist steil, der Untergrund von Wasserrinnen durchzogen und weich, der Weg selbst oft nur zu erahnen. Aber man kann nix falsch machen außer aufgeben!
Ab dem Col bleiben noch zwei Schluck Wasser und ich schiebe die letzten Schokokekse in den trockenen Mund. Es ist schon vier Uhr. Die Sonne knallt mir seit 5 1/2 Stunden auf den Deetz. Jetzt kann die Sonnenmilch mal zeigen, was sie taugt.
Ab dem Pass kann man gut 90% des verbleibenden Weges fahren. Das ist auch wichtig, denn die ersten ca. 1400 Höhenmeter mit ihren Spezialeinlagen haben ganz schön ausgezehrt. Mit Tour- bzw. Sporteinstellung am Velo geht es die letzten letzten km den Berg hinauf.
 

Keine Frage, bei diesem Wetter ist es jede Anstrengung wert, hier hoch zu kommen. Die Aussicht ist mehr als grandios und es erfüllt einen tiefste Zufriedenheit.


Es ist schon nach fünf, als ich mich wegen zunehmendem Wassermangel auf den Weg zurück ins Tal mache.
Es geht flott hinab und nach vielleicht 80 Minuten finde ich mich an bekannter Engstelle wieder.
Die liegt jetzt Gott sei Dank im Schatten.
Razzi Fazzi das Rad zerlegt und dann die neue Technik probieren.


Da ich von hier aus an der Mauer nicht runter sondern hoch muss und die Spalte zwischen den Steinen als Griff nutzen kann, gelingt es recht gefahrlos, die Sachen auf der Mauer abzulegen. OK, mit dem Rahmen auf dem Rücken ist der schmale Sims immer noch nicht so wirklich schick, aber deutlich weniger anstrengend als der Weg unten durch das Schotterfeld.

Tatsächlich kostet mich die Stelle keine 15 Minuten und dann geht es mit Volldampf ins Tal. Ich hab schon den Geschmack von Weizenbier auf der Zunge, als mich plötzlich eine unbekannte Macht in einen Salto zwingt.
Ein erhebender, fast majestätischer Anblick, wie sich das Rad scheinbar schwerelos über dir in den Himmel erhebt und in der Abendsonne glitzert und funkelt, bevor du mit dem Rücken die Erde berührst (also aufschlägst) und den Inhalt deiner Lungen geräuschvoll in die Umwelt entlässt.

Schuld war ein plötzlich stark entlüftetes Vorderrad in der Anbremszone einer Kehre.


Die Schäden am Rad waren überschaubar, die am Körper sickern in ein Taschentuch, bis das Pflaster endlich kleben bleibt. Doof nur, dass der Schlauch so fetz ist, dass er sich nicht reparieren lässt. Noch 2-3 km bis zum Auto und zum Weizenbier. 
Fanculo tutto! (ist Italienisch und bedeutet ungefähr Schîsdrüfé). 
Ich lass mich auf der Felge ins Tal rollen.

Fast 10 Stunden war ich unterwegs.
10 Stunden, die ich sicher nicht so schnell vergessen werde.
Alles tut weh und ich rieche nach Pumakäfig und Waschbär ganz hinten.

Muss man das haben?

Hm...
hast du lieber mit Big Jim oder Ken gespielt?



Sonntag, 9. August 2020

Monte Jafferau---- Vanilla Ice Ice baby too cold too cold

 Okay, wegen dem Wetterumschwung und der damit verbundenen Flucht aus dem Wallis, habe ich jetzt einen ganzen Tag Urlaub verloren und einen ganzen Tag Reiseerfahrung mit Wohnwagen gewonnen.

Erkenntnis:

Der Ducato zieht das Ding überall hin, hoch und durch.

Leider ist es nicht immer so ganz legal.

Schîssdrüfé, wie wir Franzosen sagen. L'heure sonne pour les courageux.

Der Tunnel ist keine gute Idee da videoüberwacht, aber der Pass passt ganz gut, solange einem kein völlig verzweifelter Stadtmensch entgegenkommt. Die Aussicht war genial, denn kaum muss ich hier mal nicht mit dem Motorrad drüber, gibt es auch kein Schneeregen.

Der Weg ging also ungefähr aus dem Wallis über den Pass von Martigny nach Chamonix dann über den Col de la Madeleine (keine gute Idee, aber ich wollte eine alte Freundin besuchen) zum Galibier, um dann über Briancon nach Bardonecchia zu gelangen.

Es dauerte ca. 4 Stunden länger als gedacht und so verbrachte ich die Nacht weit oben im Val des Pres in der Einsamkeit, gut bewacht von diesem netten Gesellen.


Mit den ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages machte ich mich dann auf nach Salbertrant auf den Campingplatz und während Andere ihre Frühstücksbrötchen abholen wollten, blockierte ich italienisch gelassen die Rezeption mit meinen Stellplatzwünschen. Bella Italia.

Gegen halb elf ging es dann schon auf das Radel und weil ich nicht an der Hauptstraße langradeln wollte, entschied ich mich in Salbertrant für den GTA Wanderweg. Das hatte durchaus so seinen Reiz, aber leider auch erstmal wenig mit entspanntem Radeln zu tun.

Irgendwann gelangt man dann wohltemperiert auf die alte Militärpiste.



Stetig geht es weiter voran auf der erstaunlich gut vorbereiteten Piste.

Nach einer Weile erreicht man die Galleria dei Saraceni. Der Tunnel ist nach der Instandsetzung im vorderen Bereich gut aufgearbeitet worden. Von der Decke rieselt kein Beton, der Boden ist fest und eben. Das Wasser folgt der Drainage aus dem Tunnel in einer seitlichen Rinne.

Lampe ist natürlich obligatorisch und ich kann nur davon abraten, es mit dem Handy in der Hand zu versuchen, denn ab der Biegung in der Mitte der Galleria, wird es plötzlich kalt, nass mit Regen von der Decke und der Untergrund wird schlechter.

Vor allem das letzte Wasserloch hat es in sich. Die Passage ist über 20 cm tief und es hat größere Steine unter dem Wasser versteckt. Also gut den Lenker festhalten.



Am anderen Ende lohnt es sich eine Weile in der Sonne zu trocknen und den Blick auf den Monte Dingsbums-Bianco zu genießen.

Es geht weiter voran und mit jedem Meter Höhe wird es trotz maximaler Sonnenbestrahlung kälter. So viel kälter, dass ich schon die Jacke überziehen muss, denn der Wind bläst einem die kalte Luft unter das Trikot.

Oben am Kamm, kurz bevor man über eine lange Strecke dem Wind ungeschützt ausgesetzt ist, kann man am Horizont bereits das Fort sehen.


Haut wie Gans ziert nicht nur Arme und Beine, sondern auch die Knochenhaut. Die Muskeln sind zäh und ich hab schon keine rechte Lust mehr. Hey, ich bin halt mehr der mediterrane Typ, wie sich vielleicht rumgesprochen hat. Das hier ist Norwegen Polarkreis.

An der Kaserne am Fuße der Festung will ich nochmal Kekse einwerfen und auftauen. Keksing hat funktioniert, wärmer wurde es aber nicht und weil ich ja gleich durch die Kälte nochmal runter rollern muss, schenke ich mir die letzten 150 Meter.


Noch einen Blick durch 4 Fenster und ab geht's über die Passage nach Bardonecchia in den warmen Schoss des Susa Tales.

48 km 1800 Höhenmeter. Akku 2 Striche über.

Eine schöne Tour und die Festung ist morgen dran, wenn ich mit der Enduro ein wenig spielen gehe.










Dienstag, 4. August 2020

Wa Wall Wallis da geb ich mir die Kanton

Ja wer hätte das gedacht, kaum braucht man kein Hotel mehr und kein Restaurant, schon wird die "teure" Schweiz richtig sexy.
Da ich eh fast immer an Martigny vorbeitucker, war der Lac de Mauvoisin (+30 km) als Ziel gesetzt.
Die Reise an Bern vorbei war zwar eine Tortur, aber letztlich ging ich mit einer Stunde Verspätung in Martigny von der Autostrada. Von da an ging es länger als erwartet Richtung Grand St. Bernhardino aber dann letztlich doch nach links wech ins Unbekannte.

Als ich mit dem Gespann die Straße gänzlich ausfüllte und auch die Passage durch die Häuser nur noch knappe 2,5 Meter breit war, hatte ich wenig Hoffnung, dass ich hier noch richtig bin.
Aber tatsachlich lag der Indianer-Campingplatz quasi unter der Staustufe. Sehr beruhigned, dass die seit 1958 dicht hielt.
Der Camping ist gelebte Anarchie, genau mein Ding.


Kaum verschwindet die Sonne hinter den Bergen, schwelen überall die Lagerfeuer. Ich kann die heute noch im Schrank riechen.

Was soll ich sagen - zwei Nächte 41 €! Das zahl ich in Bern für den Cafe mit nix außer Grande Vue de Mc Donalds.

Es geht früh ins Bett, denn die 9 h bei 34 Grad ohne Klima haben reichlich ausgezehrt. Und morgen wird es hart werden, sehr hart......

Tatsachlich ist es halb neun, als ich erwache. Also habe ich faktisch 2x Schlafen hinter mir gelassen.
Bei dem Gedanken an 45 km und 12000 Höhenmeter sieht das Fahrrad irgendwie gar nicht so sexy aus. Egali (wie wir Schweizer sagen) es wird Zeit, noch ist es kühl und Akkusparen ist angesagt.



Der Start ist brutal. Ab der Ausfahrt vom Camping geht es direkt steil bergan. Die Brücken sind ein guter Grund zu halten und die Umluft durch lautes Hecheln zu erwärmen.


Es gibt immer einen guten Grund, halt zu machen und in die Gegend zu knipsen.
Nach ca. 120 Km (gefühlt) erreicht man den Zugang zur Staumauer.
Die Tunnel waren eigentlich der Grund, warum ich auf den See aufmerksam wurde.
Da hat ein Motorradmagazin mal wieder Wege gezeigt, die man mit dem Motorrad gar nicht (und wenn ich das schreibe, meine ich wirklich nein niemals unbedingt nicht) fahren darf.
Also der hier geht ja noch. Doch der Tunnel gabelt sich, links zur Staumauer rechts in den Himmel.



Also links endet dann hier bei den beiden netten Herren


und wenn man über die Staumauer weiter fährt gelangt man zu den Tunneln der linken Seeseite, die für Radfahrer aber in einer Sackgasse enden.


Der erste Tunnelabschnitt ist noch beleuchtet. Danach geht es ungesehen in die Dunkelheit mit feuchten Böden und Decken.


Hält man sich im ersten Tunnel rechts, dann sieht man die Staumauer das erste mal von hinten wieder. Und zwar ungefähr hier.


 Das Gute,  die Tunnel sind überwiegend beleuchtet, aber es geht knackig nach oben.
Die Konstrukteure hatten sicher ne kaputte Wasserwaage, denn so richtig Sinn macht das so auf Anhieb nicht.

Es geht wirklich episch lange durch den Berg hindurch.


Ach ja, fällt mir gerade ein. Warum das Wasser in der Schweiz so gut gelaunt ist, sollte schnell erklärt sein. Es darf nämlich über Bergrutschen wie diese hier rechts, den Berg herunter rutschen und dann über diese Wildwasserbahn ab in den See.
Da sprudelt es ohne CO2 garantiert.



Dann ist der See passe, aber die Tour noch leider lange nicht zu Ende.
Ziel ist ja Cabane de Chanrion, was dummerweise nochmal einige hundert Meter höher liegt.


Auf Papier liest sich das immer viel lockerer, als es sich dann tritt. Dafür ist es mies ausgeschildert. Man orientiert sich am Besten an der Pont du Lancet, die man als Gitterkonstruktion ab und an erblicken kann. Alle anderen Fußüberquerungen sind falsch.
Der Weg führt um den Mont Durand und dann steil nach oben. Leider war der Akku nicht ganz voll, als ich losgefahren bin. Jetzt könnte ich mehr Unterstützung gut brauchen. Hatte ich schon berichtet, dass ich wieder mal Futter und Wasser vergessen habe. Grrrr.
Aber der Tapfere wird ja bekanntlich stets entlohnt und am Ziel erwartet mich ein grandioser Blick auf das wegen Umbau geschlossene Rifugio.
Das hätte es in Italien nicht gegeben.

Egali! Huumoor isch wenn du trotzschdem lachschd. (altes Schweizer Sprichwort)
Auf dem Rückweg zum See kreuzt man so manchen Bach. Einen hab ich ausgesoffen.
Man sieht es am Seepegel, der jetzt deutlich abgesunken ist.


36 Grad und es wird noch heißer..... Vielleicht sollte ich mal duschen.



Mit dem letzten Anstieg der Rückfahrt, gibt dann auch der Akku auf. Fast perfekt es fehlen nur 200 Meter.
Danach Schussfahrt durch die Tunnel zurück zum Stausee-Restaurant. Kaffee ist alle. Begleitet vom Klingeln meiner Radglocke und dem Quieken meiner Bremsen schieße ich abwärts durch die Tunnel und lande völlig ausgepowert aber glücklich auf der Staumauer.

Was für ein geiler Tag.











Sonntag, 28. Juni 2020

Mosel-Alpin die erste


Kaum zu glauben, aber es ist Donnerstag 16:30 Uhr und quasi Wochenende und gerade jetzt, wo ich in den Fluss hüpfen wollte, macht die Sonne eine Pause.
Nöguuto, wie der in Sachsen groß gewordene Italiener sagen würde, dann ist heute eben die Runde vor dem Teufelslay dran, die ich schon längst mal ausprobieren wollte.



Dafür muss man in Alken erst mal zur Burg Thurant hoch, also dahin,


und falls man den Motor nicht an hatte, ist erstmal hyperventilieren angesagt, denn es geht da schon knackig hoch mit den kalten Muskeln.
Wenn man wieder klar sieht, lässt man sich so 100 Meter zurück rollen, bis dann links der Wall an der Straße kurz unterbrochen wird und es in den Wald geht.
Der Weg zieht sich nun mit durchgehend 3 Meter Breite genüsslich durch den Wald, bis man plötzlich die Kreisstraße von Alken nach Nörtershausen kreuzt.
Parallel zur Straße geht noch ein Forstweg, den man nutzen sollte. Wer nun die vermeindliche Abkürzung links den Hang runter für allzu verführerisch hält, der wird sich in einer Sackgasse mit allerhand altem Grünschnitt wiederfinden und genau wie ich furchtbar fluchend wieder den Berg hochquälen, solange einem zum Fluchen die Luft bleibt.
Wieder kreuzt man die Kreisstraße und man folgt ihr für ein paar hundert Meter. Links kommt dann irgendwann ein Schild vom Moselsteig / Traumpfad, das nach Brodenbach weist.
Da geht es rein und ab jetzt wird es Traumpfad oder Alptraumpfad.

Der Singletrail quert nun die Felswand in Richtung Aussichtshütte. Er ist recht schmal und wegen den vielen Biegungen fädelt man auch gerne mal mit einem der Räder aus. Also piano-piano forte, denn jenseits des Weges geht es steiler bergab als mit der WireCard-Aktie.


Am Ende der Querung wird es dann Meter für Meter alpiner.


Eine Kehre auf dem Fels folgt der nächsten.


Dazwischen dann immer ein paar Meter Fahrvergnügen vom Feinsten.


Und noch mal mit 38% Neigung spitz ums Eck


Dann mal etwas rumhoppeln, aber mir persönlich fehlte noch die Technik, um hier unverkratzt die Biege zu machen.


So ein Pedelec ist aber auch eine träge Fuhre.
Kurze Schussfahrt zum Bachlauf und schon mit viel Abstand die Wanderer mit dem Schlachtruf "ohoh, ob das mal gut geht" grüßen. Man will ja schließlich gegenseitige Toleranz und Verständnis gewinnen.


Der Wald ist verdammt trocken, der Bachlauf auch.


Noch 5 Minuten kämpfen, dann geht es  unter umgestürzten Bäumen durch und schließlich über die kleinen Holzbrücken  immer weiter runter. Letztlich landet man wieder auf dem Asphalt des Weges am Nickelsbach lang. Der führt übrigens reichlich Wasser, was die Querung durch die Fuhrt gleich mit reichlich Kühlwasser auf den Waden zeigen wird.

Der Rest der Strecke geht dann entspannt an der Mosel lang zurück zur Löfer Brücke.

Insgesamt eine schöne kleine Runde, um sich ein bis eineinhalb Stunden zu beschäftigen.

Dienstag, 23. Juni 2020

Wasser marsch!!! Neues Wasserwerk im Niewiadow N126 NT

Nachdem wir jetzt 12 Tage mit der kleinen Schüssel unterwegs waren, bin ich mir ziemlich sicher, dass wir die absolut richtige Entscheidung getroffen haben.
Die Kiste folgt einem wirklich klaglos über engste Wege und die Raumaufteilung ist gemessen an den Außenmaßen geradezu genial.
Es sind zwar auch die ersten Verarbeitungsmängel aufgetreten, aber verglichen mit so manchem High-End-Produkt hält es sich in bescheidenen Grenzen.
Dennoch gibt es einiges bis vieles, wo man sich sagt, das könnte man noch verbessern.
Wo soll man anfangen?
Vielleicht die Frage anders stellen.
Was lässt sich einfach nicht mehr verschlechtern????????
Und schwupps sind wir auch schon bei der Wasserversorgung.
Die beiden Kanister unter der Klappe im Bad sind, egal aus welchem Blickwinkel betrachtet, eine Zumutung.
Sie sind schlecht zu befüllen, am besten man nimmt sie raus und stellt sie voll wieder rein.
Sie sind, mit 10 Liter Wasser befüllt, nur schwer durch die gewinkelte Klappe abzustellen.
Nach 10 Litern muss man die Tauchpumpe in den zweiten Kanister tauschen.
Die Kanister sind nicht fixiert.

Noch ärgerlicher wird die Sache, wenn man bedenkt, dass spielend ein 20-30- Liter Gebinde in die Lücke hinter der Toilette passen würde, hätte man die Klappe nur genau umgekehrt gewinkelt.
Daher war auch mein erster Gedanke, genau da anzusetzen. Dann zeigte sich aber, dass wir noch immer eine zu geringe Stützlast zu bekämpfen hatten.

Somit wanderte der geplante 30 Liter Tank doch wieder in die Deichselbox.

OK, was muss man investieren?
Ein 30 Liter Kanister 6-12€
5m besser 5,50m gewebeverstärkter Schlauch, ca. 10-15€
Ein Verbindungsstück Messing mit Schellen für unter 3€ im Baumarkt
5,50m Doppellitze mit Mantel für rund 5€
Kabelbinder

Rechnet man die 6,5 mm Flachverbinder noch mit, war ich unter 30€, teurer als 40€ wird es sicher nicht.

Und so geht es los.
Man braucht ein Loch für den Schlauchdurchgang.


Einige machen das Loch in den Deckel, aber da man den zum Befüllen auf- und abschrauben muss und auch noch das Kabel für die Tauchpumpe durch muss, finde ich das keine gute Lösung.
Die Größe des Loches hängt von der verwendeten Dichtung ab, macht man es ohne diese schwarze Durchführungsdichtung, dann reichen 13mm Bohrungsdurchmesser.


Bei dem Kabel der Tauchpumpe habe ich noch eine Zugentlastung und Knickschutz aufgebracht. Nötig wäre das vermutlich nicht, aber haben ist besser als brauchen.


Der Kanister liegt wie gesagt in der Deichselbox und bringt so an die 30 kg auf die Waage. Daher sollte man ihn nicht so einfach auf das Gitter der Gasflaschenauflage stellen. Die Profile sind mit 2-3 mm recht dürr und könnten sich ins Plastik des Kanisterbodens fressen.
Mit einem Holzbrettchen und etwas Styrodur als Unterbau, verteilen sich die Kilos dann ganz gleichmäßig und sanft auf dem Halter.


Jetzt fliegt der Auslöser allen Wasserbauungemachs aus seinem Versteck und plötzlich hat man reichlich Platz für allerlei Utensilien, wie z.B. Ausgleichskeile oder anderen Schamnas, den man nicht ständig braucht und auch nicht in der Küche platzieren möchte.


Jetzt noch schnell die Tauchpumpe vom Elektroanschluss getrennt, wobei plötzlich die polnisch fliegende Verdrahtung als Vorteil gesehen werden kann. Der Schlauch ist mit einer Schelle befestigt, deren Schraubenkopf schon arg vermatzt ist. Ich musste sie mit dem Seitenschneider trennen.

Der Schlauch wird zusammen mit dem Kabel unter dem Wagen verlegt.
Am Ende muss man dann ein ca. 18mm starkes Loch in den Innenraum bohren. Orientiert man sich am Ablauf, kommt man genau passend am Wasserverteiler raus. Perfetto.


Das Loch muss ca 4 cm tief, da hier im Endbereich eine fettes Querholz den Aufbau aussteift.
Der Kanister kann nun befüllt werden und man sollte einen Probelauf starten. Könnte ja auch sein, dass die Pumpe den weiten Weg nicht schafft oder sonst was übersehen wurde.

Den Kanister danach gut festzurren, denn 30 kg voll verzögert, klopfen sicher fest an den Deckel des Kastens.



Wenn wie bei mir alles funzt, dann kann man die Kabelbinder auf dem Leitungsweg festziehen und nochmal checken, ob jetzt keine Quetschungen entstanden sind.

Der Verlauf unter dem Wagen kann je nach Modell etwas variieren, da man sich an der Gasleitung und der vorhandenen Struktur zum Befestigen des Schlauches orientieren muss.
Es schadet sicher nicht, etwas mehr Schlauch und Kabel vorzuhalten.


Alles in allem sollte man 2-3 Stunden für den Umbau einrechnen.
Gemessen an den Vorteilen ein sehr kleiner Tribut.