Dienstag, 20. April 2021

Der Küchenquirl ......... Zephyr 550 Reviant

Endlich macht der Regen mal Pause und die Sonne lockt zu den ersten Ausfahrten. Macht echt Spaß der kleine Wiedergänger. Ab 4000 U/min geht's richtig los und in einem Zug auf die 10.000 los. Bei 153 (GPS) ist erstmal Schluss. Die Maschine läuft annähernd vibrationsfrei und hat kaum Lastwechselreaktionen. Das ist echt launig durch die Kurven zu wedeln. Einzig der viel zu lange 6 Gang nervt, da man im 5. bei 150 Km/h im 6. faktisch mit der selben Geschwindigkeit verharren muss.


Apropos 6. Gang. Ausgerechnet im Overdrive gibt es dann doch ein paar leichte Vibrationen, die der kleine Rennhöcker ziemlich ungefiltert an den Popo weiter gibt.
Bin mal gespannt ob sich das noch einfährt oder so bleibt.


Insgesamt sitzt man viel besser, als einem das dünne Sitzkissen suggeriert. Der Lenker passt für meine 175 (auf der Streckbank gemessen) ziemlich perfekt. Die Rasten sind genau da wo ich sie haben will.
Der Tacho zeigt exakt die gemessene Strecke, aber bei echten 50 Klamotten bereits 75-80 km/h und bei echten 120 dreht er unten über die Tageskilometer Anzeige. Also ca. 250 km/h.
Vielleicht waren 12€ doch zu billig. Aber der Chinamann schickt bereits auf Kulanz einen neuen.



Die ersten 70 km am Stück enden mit dem Eindruck, dass die Batterie schwächer wird. Und einer der Zylinder gelegentlich aussetzt. Jedenfalls fehlt unterhalb von 4000 U/min schleichend Leistung.

Wieder in der Garage zeigt das Kerzenbild, dass Zylinder 1 viel zu fett läuft. Die Kerze ist rabenschwarz. 

Freitag will die Maschine nicht starten. Nach einem beherzten Fremdstart läuft sie dann aber klaglos. Die stark entleerte Batterie zeigt aber 12,3 Volt mit steigender Tendenz mit zunehmender Drehzahl.  So verhalten sich leere Batterien eigentlich beim Laden. 

Samstag startet die Kiste wieder nicht. Jetzt muss man doch mal genauer hinsehen. Mit dem Amperemeter mache ich mich auf die Suche. Schnell zeigt sich, dass die Batterie nur entleert wird, aber nicht geladen. Der erste Verdächtige ist der Stator der LiMa. Irgendwie bin ich zu faul die Ritzelabdeckung runter zu machen und messe die Spannungen von der Reglerseite aus. Die Leerlaufspannung ist aber ok. Ein Messfehler, wie sich eine Stunde oder zwei später herausstellen wird. 

Verdachtsmoment Nummer 2 gilt dem  Laderegler. Der lässt sich nur schwer messen, daher ersetze ich ihn durch einen Regler einer ZR7, der noch im Keller schlummert. Natürlich passen die Stecker nicht und ich muss erst was improvisieren. 

Ergebnis, auch hier keine Spannung und kein Strom. Ich suche weiter, bis mir nichts mehr einfällt. Das Amperemeter scheint auch einen kleinen Fehler zu haben, jedenfalls passt die Anzeige nicht immer zu meinen Erwartungen. Irgendwann lande ich wieder beim Stator.

 Wieder Leerlaufmessung, diesmal bei 6000 U/min. Messung gegen Masse. Ein Strang zeigt nix Volt.  Tolle Wurst, viel Zeit verschenkt für nix. In den Unterlagen ist kein weitere Stecker zwischen Regler und LiMa dokumentiert. Ich kann das nicht so recht glauben und nehme nun doch links die Ritzelabdeckung runter. Darunter läuft das leicht versiffte LiMa Kabel und siehe da, 3 billige Steckverbinder gammeln vor sich hin. 



Zwei davon zerbröseln beim Anpacken, der dritte Stecker lässt sich hingegen nicht trennen. Der Seitenschneider macht Beute, die Stecker müssen eh neu. Die dünnen Kabel unter dem Stecker sind auch angelaufen, sie lassen sich aber noch ganz gut löten. Auf Stecker will ich hier erstmal verzichten. Wenn der Stator irgendwann mal platt ist, müssen die Leitungen zum Regler ohnehin auch neu gemacht werden.

Jetzt läd sie wiederrrrrrrrrrrrrrr...

HaHaHa







Montag, 12. April 2021

Tanklinie verlängern....................Zephyr 550 Café-Roadster

Bevor das neuen Sitzkissen, in braunem Kunstleder, seinen Platz auf dem Höcker findet, muss noch die Tanklinie angepasst werden. Die dürfte nämlich minimal gestreckter daher kommen und der Spalt zwischen Sitzbank und Tank wird dabei auch noch egalisiert werden. Mechanisch ist der Eingriff nicht so die große Herausforderung. Eine Mutter und eine Scheibe werden auf jeder Seite des Tankträgers eingefügt. Das war es dann auch schon an dieser Stelle, denn die original Schrauben waren ohnehin gut 2 cm zu lang. 





Das Sitzblech des Höckers muss nun noch an die Tankform angepasst werden. Mit der kleinen Flex und einer Zange ist das schnell gerichtet.
Der Spalt ist annähernd verschwunden.


Jetzt werden noch die Kanten mit dem Gummihammer umgebördelt, damit man nicht mit der Hose daran hängen bleiben kann.
Gerne würde ich die überarbeiteten Vergaser und die Änderungen an Tank und Sitz ausprobieren, aaaaaaaber......
es regnet schon wieder. Wo ist nur das schöne Wetter von Frühjahr 20 hin?
 

Sonntag, 11. April 2021

Nicht, Schwimmer!****** Erste Erfahrungen mit der umgebauten 550er Zephyr

 Die ersten Runden im urbanen Umfeld waren ziemlich erfolgreich. Die nächsten Versuche führen immer auf eine der Moselklippen, da man von dort auch mit stehendem Motor immer wieder ins Tal zurückkommt.

Nach 30 Minuten gehen mir aber diese Hochpunkte im näheren Umfeld aus und ich mach mich nochmal auf in die Garage. Mindestens ein Zylinder folgt noch nicht jedem Gasbefehl und das Abgas riecht manchmal sehr gehaltvoll nach Benzin.

Also Kerzenbild checken. Die äußeren Zylinder stehen gut, die inneren stehen zu fett. Allerdings auch nicht so fett, dass es einer längeren Ausfahrt im Wege stehen würde.

Wie bestellt, scheint Freitag dann auch die Sonne. Gegen halb 12 geht es los und die Zephyr startet unerwartet unspektakulär. Die 80 km gestern haben der Maschine echt gut getan.

Wir knattern 150 km durch die Eifel. Die Maschine läuft gut, aber nach dem Tankstop am Ring sickert Sprit aus mindestens einem Vergaserüberlauf. Ich trink erst mal meinen Kaffee und warte, bis das Tropfen endet. Verdammte Schwimmer oder vielleicht doch eine der Schwimmernadeln. 

Der Kaffee ist durch. Beim Restart hört auch das Ausbluten des Vergasers auf, jedoch riecht die Kiste bei jedem Stopp wie ein Supertanker im persischen Golf. Wir fahren noch bei Freunden vorbei und ich leihe mir ein paar Vergaserteile aus dem Materiallager von Lutz.

Samstag, Regen, die Frisur sitzt......................... jedenfalls fester als die Vergaserbatterie, die liegt nämlich schon auf der Werkbank. Zwei Schwimmer werden ausgetauscht, dazu alle Schwimmernadeln und Leerlaufgemischregulierschrauben.

Die alten 35er Leerlaufdüsen gehen in Rente und werden durch 38er ersetzt. Ich gehe nämlich davon aus, dass der Kaltstartjubel der kleinen Zephyr auf eine zu magere Leerlaufeinstellung zurückzuführen ist.

Danach geht es direkt auf den improvisierten Prüfstand. Ich will jetzt auch unbedingt das neue Messgerät SynX ausprobieren. Zur Adaptierung stehen unterschiedlich "dicke", sehr weiche Schlauchstücke zur Verfügung.


Das Messergebnis ist schon dicht am Idealzustand. Nach ein paar kleinen Korrekturen laufen die Vergaser annähernd perfekt synchron. Eine Korrektur über die Leerlaufregulierschraube entfällt komplett.


Hier nochmal als Darstellung in der Totalen. Differenzmessung war auch nur ein dünner Strich. Toll an dem Messgerät ist die Darstellung des Druckverlaufes über die Zeit. Ähnlich wie bei einer Oszilloskop-Darstellung kann man sich die Flanken ansehen. Sind diese flach und zwischen den Zylindern stark in der Form abweichend, kann man von einem Defekt im Ansaugtrakt ausgehen. Das könnte z.B. ein schlecht eingestelltes Einlassventil sein. 
 

Okay, Sprit läuft auch keiner mehr aus. Da hab ich wohl mal alles wieder richtig zusammen bekommen.
Die 38er Leerlaufdüsen haben einen wirklich großen Einfluss auf das Kaltstartverhalten. Jetzt lässt sich der Leerlauf über den Choke zumindest mal so was ähnliches wie regeln.

Es folgt das gleiche Spiel an der W 650 im Hintergrund und  da wartet noch einen Kupplungszug, der gewechselt werden will. Dann endlich ist Feierabend und Weißbier.









Donnerstag, 8. April 2021

Finale Runde .......Drehzahlmesser und Gabel.......... Umbau Zephyr 550

O'sterros Hasos steht vor der Tür und der traditionelle Jahresplan sagt Familientreffen.
Aber was ist so ein Jahresplan schon in Zeiten von Covid 19 wert.

Eine kurze Visite im Saarland konnten wir uns dann doch nicht verkneifen, denn ich wollte auch endlich mal meinen frisch geschlüpften Neffen in den Arm nehmen, ihn in den KTM Strampler stecken und mit Ready-to-Race-Schnullern spicken.
Dann ging es auch schon weiter zu den Eltern und dann mit dem Wohnwagen nach Luxemburg. Tanken, Kaffee, Ziggis und vieles mehr stand auf der Einkaufsliste. Wie praktisch, dass K-Samstag die Sonne scheint und in Trier alle Geschäfte auf sind. So kommen wir auch noch zu Eis, Burger und Shopping in der Trierer Innenstadt.
Das Leben kann so gut sein, wenn man nur ein perfektes Timing hat.
Leider war der Wetter-Zauber dann Ostern wieder vorbei und die wegen Covid unterbeschäftigten Hasen hatten Zeit und Lust, die Zephyr zu bemalen. Eigentlich wollte ich sie ja erst zulassen und ein wenig fahren, um herauszufinden, ob sich weiterer Aufwand lohnen würde. Aber mittlerweile steckt so viel Zeit, Schweiß und Verzweiflung in diesem wunderschönen Motorrad, dass ich es selbst dann fertig machen würde, wenn es sich fährt wie ein Schubkarren vom Baumarkt.

Damit die Osterhasen ordentlich arbeiten können, muss der gesamte Vorbau bis auf die Gabelbrücke nochmal auseinander gerissen werden.


Nur den Deckel der LiMa habe ich direkt am Mopped lackiert, da ich ansonsten das Öl hätte ablassen müssen. Das war aber noch wie neu, da die Maschine, mangels Straßenzulassung, noch nicht bewegt wurde.


Hüllrohr und Faltenbälge passen perfetto. Hurra, es lebe das schlechte Osterwetter.  Die Gabel passt in ihrem schwarzen Kleid jetzt auch viel besser zum Gesamtbild. 


Fender drauf, Rad rein. Der Triumph-Fender ist der Knaller. Da hatte ich echt ein glückliches Händchen bei der Versteigerung. So leer sieht's echt gut aus. Schade, dass noch die neuen schwarzen Stahlflex- Bremsleitungen und die Tachowelle dran müssen.


Hier mal noch ein Bild von den Alu-Hüllrohren, die mit O-Ringen eingesetzt sind.


Dann kam der Dienstag und eine Mordserkältung. Gut, dass es Zulassungsdienstleister gibt, denn den Termin am Mittwoch wollte ich partout nicht mehr hergeben. 
Hat dann auch alles geklappt und zum ersten Mal hab ich von der eintragenden Stelle fehlerfreie Papiere bekommen.

Und jetzt steht das Ergebnis vor mir in der Sonne.


Zephyr 550 Café-Roadster

Zephyr 550 Café-Rodster-Hybrid


Noch läuft die Maschine unrund und stottert auch mal etwas.  Im Standgas kann man jede Art Tickern, Scheppern und Schaben vernehmen. Ab 5000 U/min aber laufen die Vergaser synchron und der Motor plötzlich seidenweich. Das wird jetzt mit jedem Kilometer besser und wenn die ersten 500 auf dem Tacho sind, dann gibt es nochmal neues Öl und die Vergaser werden synchronisiert.

Die langen Abende im Keller haben sich echt gelohnt.


Der 12 € Drehzahlmesser funktioniert übrigens fantastisch. Der 12€ Tacho auch, wobei der als Feature sogar die doppelte Geschwindigkeit anzeigt :-). OK, da muss ich nochmal mit dem Verkäufer nachverhandeln, aber irgendwas ist ja immer.



Freitag, 2. April 2021

Zwischenspurt F-550 Zephyr Umbau

Heute halte ich schon das Gutachten in der Hand. Der TÜV Koblenz hat sich wie versprochen beeilt, damit ich so flottig as possible zur Zulassungsstelle kann. Top-Service und vielen Dank nochmal an Herrn C. 

Der neue Leerlaufschalter ist auch gekommen und eigentlich könnte ich jetzt alles fertig machen, wäre ich nicht dem Glauben verfallen noch eine Dose 2K- Lack zu besitzen. Nach 20 Minuten Suche und 2 Minuten Blick auf die Rechnung, muss ich mir eingestehen, dass ich da bei den Lackbeständen wohl den Überblick verloren habe.

Ok, aber Der Drehzahlmesser kann wenigstens schon mal dran und  die linken Seitenteile könnte ich fertig machen.

Also fix die Kiste mit den Blechresten durchsucht und Flex plus Nietzange bereit halten. Schnipp schnapp, schleif, feil, polier, bohr, niet............fertig!?!



Ohne Lack aber schon leicht poliert,  sieht das Ergebnis dann so aus.


Die bunten Kettenräder sind nur leicht fixiert und werden dann mit Klarlack endgültig aufgeklebt. Durch den Klarlack kommt dann die leichte Bürstung, die überpoliert wurde, herrlich antik zur Geltung.

So nun schnell die Teile montieren und Sitzbank drauf.

Nochmal die gute alte Bagger mit Lack füllen und schon nebel ich die Wasserränder hinter die Nieten.


Da die Staffelabzeichen auch schon gekommen sind, ist das Heck nun ziemlich fertig. Über das Ergebnis bin ich selbst etwas entzückt. 




Mittwoch, 31. März 2021

Gibt's doch gar nicht............ viel Spaß vor dem TÜV-Termin!

Es ist endlich so weit, es geht zur Abnahme des Umbaus.

Das wird auch langsam Zeit, denn nach den vielen mechanischen Eingriffen,  würde ich jetzt gerne mehr Power und auch Geld in "mach mich hübsch" investiert.

Endlich Feierabend und schnell noch einmal kurzer Check und dann ..........

So weit kam es dann erstmal nicht, denn die Kiste springt nicht an und sofort erkennbar die Leerlaufleuchte funzt nicht.

Gibt's doch gar nicht!  Sicher nur falsch zusammengestöpselt. Also Lampe auf, Stecker rausgewühlt und siehe da.... geht nicht! 

Gibt's doch gar nicht, Umstecken neue Idee zur Versorgungsleitung, mal die Polung tauschen, nix. Mal ein paar der freien Stecker versuchen?!? Nix.

Tank lösen und anheben und den darunter sitzenden Stecker kontrollieren. Alles fest! Gibt's doch gar nicht.

Messen lässt sich auch nicht so viel. Aber auffällig ist, dass der Motor nur mit gezogener Kupplung startet. Kupplungsschalter ist 3-polig, lässt sich gut brücken, nützt aber nix.

Gibt's doch gar nicht, dass der Leerlaufschalter kaputt sein soll. Also Seitendeckel runter und messen. Verdamtos, nach zwei Stunden endlich den Fehler gefunden und jetzt sind alle Geschäfte zu.


Gibt's doch gar nicht! Will ich morgen TÜV bekommen, ich muss das Ding reparieren. Also Schalter aufschmelzen, verrostete Feder durch Kugelschreiberfeder ersetzen. Kontaktflächen von Korrosion befreien und hinten den Stift mit Sekundenkleber einsetzen.

Gibt's doch gar nicht, es funktioniert. Morgen werde ich feststellen, dass es nur bis zur Probefahrt hielt, aber der Prüfer sollte sich kulant zeigen.

Ja und dann ging die Kiste plötzlich nicht mehr an. Vollkommen abgesoffen. Nach 30 Minuten entlüften, laden usw. Poltert der Motor unwillig los. Ja ja. Die Geschichte der Schwimmernadeln ist eine Geschichte voller Mist Verständnisse. Ach das sollte irgendwie für die Probefahrt reichen.

Gutachten gibt's dann doch noch gar nicht, denn die Maschine existiert laut Schlüsselnummer nur mit 34 PS, verkündet mir der Prüfer. Ha dann hat ja jemand die 34 PS Maschine mit den Blenden im Ansaugstutzen nochmal auf 34 PS gedrosselt.

Erstaunt blicken sich zwei Verwirrte in die ratlosen Augen. Irgendwann ist zu erkennen, dass die Maschine zuerst mit neuen Gasschiebern auf 50 PS angehoben und dann mit den Reduzierblechen wieder gedrosselt wurde. Aaaaaber, genau das Gutachten für die Gasschieber fehlt jetzt.

Wegen dem Leerlaufschalter muss ich eh noch auf die andere Seite der B9 zum Kawa-Händler. Da frage ich auch mal gleich nach dem Gutachten.

Gibt's doch leider gar nicht, sagt der mir. Wir suchen in den anderen Baujahren und werden fündig. Aber dieses Gutachten ist ungültig steht da.

Gibt's doch gar nicht! Mit dem Umbau fahren noch immer hunderte rum. Wir drucken das Dokument mal aus und...

Gibt's doch gar nicht. Wegen eingestellter QS ist das Ding ungültig, aber im Anschreiben steht, dass man es für §19 Änderungen noch nutzen kann.

Na so was gibt's doch eigentlich gar nicht. Aber mit dem Dokument ist der Prüfer zufrieden und nächste Woche ist dann das Gutachten fertig. Dann kann ich endlich schöne Teile shoppen gehen.



Sonntag, 21. März 2021

Der grüne Punkt muss weg ;-) Zephyr 550 Tank lackieren

Eigentlich sollte erstmal der TÜV sein Gutachten erstellen, bevor weiter in Lack investiert wird. Aber irgendwie verzögert sich der TÜV-Termin um 10 Tage und das Wetter verhindert auch so ziemlich jede Outdoor-Aktivität. Ergo muss der grüne Punkt schon dieses Wochenende weg.



Die grüne Glasfaserspachtel wurde in drei Schichten aufgetragen. Das ist wichtig, da es in der Regel Risse und Senkungen gibt, wenn man die Pampe in einem Zug in die Delle schmiert.

Die Kontur hab ich wohl ziemlich gut getroffen, denn die grobe Schleifarbeit hielt sich angenehm in Grenzen.


Die kleinen Spalten werden danach mit Feinspachtel gefüllt und die Kanten nochmal gefugt. Dann geht die Schleiferei von vorne los. Leider wird die Körnung immer feiner 800 - 1200- 1500 und langsam weichen mir die Finger auf. Irgendwann bin ich dann der Meinung es reicht. 


Nach Kaffee und Kuchen bekommt der Tank dann noch eine Abreibung.  Zum Anschleifen muss 800er reichen. Der Lack vom Tank wird ohnehin sehr speziell werden, da kommt es nicht auf die glatteste Oberfläche an. Noch scheint der alte Lack zu glänzen, aber das ist nur die Restfeuchtigkeit. Getrocknet sieht man die Schleifspuren deutlich.


Freitag wird dann die Garage aufgeheizt, denn die großen Flächen sorgen für reichlich Sprühnebel und lassen sich nicht mal eben im Wohnzimmer lackieren.
Das Rostrot der Grundierung ist schon mal sehr gut geworden.


Der Lack vom Ludwig verläuft aber leider nicht so geschmeidig. Erst nach 2 dünnen und einer dritten Schicht bin ich halbwegs zufrieden. Der Farbton ist mir für Weißalu (RAL) ehrlich gesagt auch etwas zu grau geraten. Dafür verstopft eine der Klarlackdosen immer wieder mal. Das hatte ich auch noch nie und ich bin ehrlich gesagt auch etwas genervt. Nächstes mal bestelle ich wieder bei meinem Hauslieferanten.



Samstag ist der Tank noch immer nicht ganz durchgetrocknet, aber für eine kleine Fotosession wird es reichen.


Kaum ist der Tank drauf, werde ich schon wieder ungeduldig. Ich könnte doch mal die Airbrush Pistole, mit der ich gestern geübt habe, anschließen und.............
siehe da, es funzt. Jetzt bin ich doch etwas erleichtert, denn vor den Konturen hatte ich ordentlich Respekt. Ich war mir nicht sicher, ob ich danach nicht eine Woche mit Schleifarbeiten beschäftigt sein würde.

Der Sonntag steht dann ganz im Zeichen der Polierpaste. Das Seitenteil ist von den Biegearbeiten nicht gerade hübscher geworden. Eigentlich wollte ich es lacken. Da ich aber keinen Schimmer habe, was mich an Arbeit erwartet, entscheide ich mich für polieren. Vier Stunden später bin ich um eine ungewollte Erfahrung und ein paar Nieten im Blech reicher.

Die Nieten hab ich wegen der Flugzeugoptik mit aufgetackert. Der Seitendeckel der Airbox hat neben den Nieten noch ein Aluprofil bekommen. 3D siehts irgendwie genialer aus als auf den Bildern.


Schattierung wurde wieder mit wasserlöslichem Lack auf die Bleche gepustet. Leider hat die alte Badger-Pistole auch gehustet. Aber es muss ja nicht immer alles perfekt sein.


Im wenigen Tageslicht betrachtet werde ich die Schattierung wohl noch etwas weicher gestalten. Das geht bei dem verwendeten Lack mit Politur für verwitterte Lacke sehr gut.



Menno. Noch 5 Tage bis zur Abnahme durch den TÜV.







Sonntag, 14. März 2021

Rosenrot..... Ambiente-LED-Beleuchtung im Schlafzimmer des Niewiadow 126

Sie will es und so ist es Brauch

Was sie will, bekommt sie auch

Rosenrot oh Rosenrot

Tiefe Wasser sind nicht still


Ja, und so finde ich mich plötzlich im Schlafzimmer unseres kleinen Wohnwagens wieder, da meiner Liebsten großer Wunsch eine dimmbare Ambiente-Beleuchtung unter den Hängeschränkchen war. Natürlich von einer Ecke bis in die andere, möglichst ohne Unterbrechung in U-Form. 

Na gut, irgendwie find ich die Idee ja auch klasse und da das neue Motorradprojekt eh gerade in der Metallwerkstatt steht, hätte ich auch gerade mal ein paar Stunden Zeit. Die Teile (LED Band und Dimmer) liegen auch schon seit Wochen auf der Werkbank, also los.

Starten sollte man bei so einer Maßnahme erstmal mit einem kleinen Funktionstest, denn in den Schränken ist so wenig Platz, dass man den Kram besser vorverdratet und funktionssicher montiert. 

Bestellt hatte ich für unter 10€ vier Meter endlos LED-Leuchtband. Das sieht so aus, dass immer drei Leuchtsubstrate in Reihe liegen und diese dann über die gesamte Länge parallel. Daher kann man das Band nach jeder dritten Diode einfach mit der Schere kürzen. Länger als 4 Meter sollte das Band aber nicht werden, denn der Strom für alle LED muss zumindest komplett über die ersten cm des Bandes und das wird da bei Vollast auch schon etwas wärmer.

Ich habe das Band, weil ich es oben im linken Eckschrank anschließen werde, in zwei Stücke geteilt. Das Band wird dann einfach gegen die Abdeckleise geklebt. Auf die Gardinenleiste würde ich es nicht kleben, da der Kunststoff eine extrem glatte und wenig griffige Oberfläche besitzt.


Danach wird der Dimmer angeschlossen. Der Dimmer sollte auf jeden Fall elektronisch (gepulst) den Strom regeln. Bitte keinen Widerstand (Poti) dort verwenden. Das Poti wird im Schrank warm und könnte für ungewolltes Lagerfeuer sorgen. Der Dimmer kam im Gehäuse auch direkt aus China und kostete so um die 4€. Man muss ihn nur noch gemäß der Anschlussbezeichnungen richtig anschließen.


Wo ich nochmal ran muss, ist die Verkabelung. Das werde ich mal noch ordentlich verlegen, vielleicht sogar ein Stück Kanal.

Im Ergebnis bekommt man eine Lichtwand im Heck, die man zwischen AUS und BLIND regeln kann.


Die Bilder geben das Ergebnis nur schwer wieder, aber ehrlich... das hat sich echt gelohnt.











Samstag, 13. März 2021

Wie schnell is nix passiert. Nr. Due

 Die Blecharbeiten nehmen doch mehr Zeit in Anspruch als gedacht.

Das liegt auch daran, dass die Suche nach dem passenden Rücklicht eine echte Odyssee wurde. So viele Lichter und Halter angehalten und irgendwie war alles Grütze.

Aber dann kam ich wieder zurück auf die Lösung, die ganz am Anfang stand. Und ich muss feststellen, ich hätte mir viel Zeit sparen können :-)












Freitag, 5. März 2021

Wie schnell is nix passiert. Elektrik, Tacho und Gabel

 Gerade hat es so eine Phase, wo es nicht so recht weiter geht. 

Mit dem Lack kann ich noch nicht so richtig loslegen, da der TÜV ja noch alles begutachten muss und auch noch ein paar Teile erst nach den Fahrversuchen montiert werden können/sollen.

In die Schlosserei komme ich aber erst Samstag wieder. Auf Elektrik hab ich noch keine Lust. Es wird also Dienstag, bis in der Garage wieder Aktion waltet.

Also doch erstmal Elektrik. Der 13 € Tacho hat tatsächlich Sperrdioden in dem nun nur noch mit einer Kontrolleuchte versehenen Ziffernblatt. Leider hat der Tacho keine Kontrolleuchten für Öldruck und Generator. Da werd ich mir noch was einfallen lassen.

Und das wars dann auch schon mit den guten Nachrichten, denn für die Kabel des Tachos lag leider kein Schaltplan bei und bei den Originalarmaturen ist alles gleichmäßig auf 4 Stecker verteilt.


Jetzt heißt es, die Leitungen rausmessen, aus den Steckern und Buchsen lösen und eine neue Komposition zusammenstecken. Nach 90 Minuten ist erstmal alles geschaltet, eine Masseleitung hab ich wohl vertauscht, da ein Blinker etwas nachglimmt. Mal sehen, ob ich das noch korrigiere, oder ob das so bleibt. Nächste Woche kommt der Drehzahlmesser, dann muss ich da eh nochmal ran.

Der rot/blau-beleuchtete Tacho ist echt Hammer. Den Halter muss ich noch kürzen, da ich zu wenig Platz für die Tachowelle habe.

Apropopo Platz, ich habe selbigen noch nicht für den Sicherungskasten gefunden. Da ich ohnehin die Vergaserheizpatronen eliminiert habe, ist auch das Steuergerät dafür überflüssig. Das sitzt bei den späteren Zephyr hinter der ECU. Also genau da, wo der Sicherungskasten toll hinpassen würde. 


Viel gewehrt hat er sich nicht, aber wie so oft bei Kawasaki, die Stecker sitzen gerne da, wo man nicht rankommt, ohne das halbe Mopped zu zerlegen :-)

Es ist Freitag und irgendwie kann ich immer noch nicht so recht weiter machen. Halb aus Verzweiflung halb aus Neugier öffne ich einen Gabelholm.
Die Feder, die ich vorfinde, scheint aus einem Kugelschreiber zu entstammen. Vorgespannt ist sie dann noch mit einer langen Hülse, wobei vorgespannt schon fast zu viel gesagt ist.
Ich ziehe die Feder langsam ganz heraus, das Öl sieht erstmal gut aus. Das wird wohl mal gewechselt worden sein.
Die Gabelfeder misst ca. 4mm Drahtstärke. Im Keller habe ich noch eine mit 4,3mm mit fast identischer Windung. Die Feder ist 15mm länger und ich hab sogar eine passende Hülse dazu. Mir scheint, dass Kawasaki in vielen Motorrädern dieselben Gabeln verwendet und nur das Innenleben und die Anschläge variiert. 

Zephyr 550 Gabelfeder

Ich montiere erstmal die zur Federlänge passende kurze Hülse. Die Vorspannung ist deutlich größer. Der Stopfen geht nun auch schon viel knorpliger in den Gabelholm.


Das Motorrad am Rahmen vorne etwas anzuheben, hilft enorm. 
Im Ergebnis passt das schon etwas besser. Noch immer spricht die Gabel sensibel an, aber dann wird's deutlich straffer. So kann es auf den ersten 3 000 km erstmal bleiben.
Die Federn gibt es übrigens massenhaft für fast geschenkt. Also wer noch Info dazu braucht, kann sich gerne melden.







 


Sonntag, 28. Februar 2021

Chacka Lack a Lack -------- Es wird düster werden

Früher als erwartet geht es heute schon an die ersten Lackarbeiten. Dem guten Wetter sei Dank, kann man schon im Garten mit der Sprühdose spielen.

Aber zuerst muss mal das Motorrad in die Schwebe und beide Räder raus. Wegen dem guten 2K Lack muss alles in 2 Stunden über die Bühne gehen.



Sieht wackliger aus, als es ist. Dann wird das Schleifpapier gezückt und die bereits gereinigten, von den Bremsscheiben befreiten Räder sanft aufgeraut. 

Die Grundierung steht auf der Heizung und das Rad schmurgelt in der Sonne. Warm genug, damit sich Metall und Grund gut verbinden. Die Reifen bleiben drauf, denn der Lack soll nur bis zur Felgenkante reichen, damit die Dichtflächen später keinen Ärger machen.


Grundierung hatte ich in Braun genommen, da ich ja auch Weißaluminium als Farbe lackieren möchte, ist dann einfacher zu erkennen, wo noch was fehlt. Neben den Felgen wurden dann noch der neue Lampentopf aus China, der Fender-Bügel und zum Test ein Motordeckel lackiert. Gut 600 Gramm 2K Dosenlack gingen dabei durch den Druckknopf. Auf eine Schicht  Klarlack hab ich verzichtet. Der Lack auf den Felgen ist ohnehin nicht für die Ewigkeit gedacht.



Zeit genug, noch ein wenig mit dem alten kaputten Bürzel zu spielen. Vom Design her könnte ich mir einen Flugzeug-Alu-Used-Look vorstellen. Also erst mal auf die Suche nach der Airbrush-Pistole machen und dann den Kompressor auf Touren bringen. Schwarzen Lack musste ich erstmal anrühren und verdünnen. Die Trockenzeit des in RAL 9006 gespritzten Fenders war also gut genutzt. 
Es hat ziemlich gedauert, bis Druck und Farbmenge richtig eingestellt waren. Na ja, das letzte Mal hab ich die Pistole vor 15 Jahren benutzt, da geht das nicht gleich so flüssig.
Ich ziehe über die Kanten und neble die Flächen etwas ein. Das Ergebnis ist spitze. Nach dem Abtrocknen ziehe ich Klarlack darüber und wie von Geisterhand verschwinden die schwarzen Linien und Nebel. Verdammt, das hatte ich nicht auf dem Schirm, dass der Klarlack den Airbrush-Lack hochzieht. Zur Strafe lacke ich nochmal schwarz über den Klarlack.

Leider wurde das nicht mehr ganz so gut, aber um zu zeigen, was ich machen will, reicht es allemal.



Zwei Tage später sind die Teile dann ausgehärtet. Das wurde auch Zeit, denn heute müssen die neuen Reifen drauf und dann alles zusammengebaut werden. Samstag geht es in die Metallwerkstatt, um endlich den Rahmen anzupassen.

Zusammengebaut war dann alles nach einer Stunde und man konnte so den ersten Eindruck des Arrangements aufsammeln.



Jetzt fehlen noch die Faltenbälge, die Gabel, die Brücke und die Rohre zur Gabelabdeckung.

Das wird ziemlich geil werden.