..... und ich als alter Zündapp-Mofa-Rocker (CS25, CS50 letztes Modell mit eckiger Verkleidung und später eine brutal frisierte GTS 50) musste da natürlich hin. Die Bilder von dort hab ich dann im Status präsentiert und dann ging es los.
Kapitel1: Will ich das wirklich?
Unerwartet bekam ich dann ein schlafraubendes Angebot eines Bekannten:
"Hast du Lust eine 55 Jahre alte R50 zu kaufen..........".
Was so einen froschgrünen Zündapp Roller, auf den ich mich 1984 niemals gesetzt hätte, wenn jemand in der Nähe gewesen wäre?
Nachdem ich die ersten Bilder davon gesehen hatte, hatte ich plötzlich doch Lust.
Also ne Woche später von der Arbeit runter ins Rheintal und die Kiste Besichtigt. Lief nicht, Tank verrostet, Motor dreht, Reifen aus Buchenholz, na ja ein Schnapper wars nicht, aber ich hatte echt Bock drauf und das geplante Winterprojekt Buell XB9 war eh noch nicht weit gereift.
Eben noch nur eine Idee und dann, schwubs schon auf meiner Bühne. Sehr viel nicer als ich dachte mit dem Ersatzrad unterm Träger, der rot-schwarzen Sitzbank und dem mies überlackierten Eierschalen- Weiß
Benzin ging erst mal keines in den Vergaser. Kein Wunder, denn der war ja schon voll mit einer art Ahornsirup aus der Hölle der Petrochemie.
Der Benzinhahn hingegen wurde wohl mal geteert und gefedert. Die Feder ist dann aber wohl verrostet.
Dummerweise werde ich den retten müssen, den den gibt es nicht mehr zu kaufen.
Kurzer Blick in den Tank. Okay, den kann ich erstmal vergessen. Neben dem Rost wohnen da auch zwei unterschiedliche Bitumenstrukturen drin. Eine ist eher Bienenwabenförmig die andere sieht aus wie die Knodelln, die man nach dem Untergang eines Supertankers am Strand findet.
Gereinigt hab ich den Tank dann erst ein paar Tage später, im Garten, wo die Stinkerrei schneller verfliegt, aber ein paar Exemplare der Strukturen hab ich mal gesammelt und für die Nachwelt abgelichtet.
OK, nochmal zum Ausgangspunkt. Es ist rund 17 Uhr und ich möchte das die Kiste heut noch zumindest hustet oder knattert.
Also Vergaser zerlegt, geschrubbt und eingelegt. Düsenstock gereinigt reingeschraubt und mal eine Düse geschätzte 70 reingeklebt, denn der Düsenstock passt zwar in den Vergaser, aber die Düse nicht in das Gewinde vom Stock.Die Schwimmerkammer fix mit dem Spachtel ausgeschöpft.....
Und siehe da ja nach gefühlten 40 Tritten läuft die Kiste tatsächlich an. Qualmt und stinkt wie die Hölle und lässt sich nur mit ordentlichem Dreh am Gasgriff am Laufen halten.
Aber er läuft, auch wenn wohl die Simmerringe der Kurbelwelle undicht sind und der kleine Roller sofort sein neues Revier mit Öl markiert.
Es ist spät geworden und so stottert das Möhrchen noch ein paar Minuten in den Sonnenuntergang.







