May the torque be with you.


Samstag, 7. November 2026

Zündapp R50 Restauration - Part 1 Bestandsaufnahme

 Nachdem die Sonne dann wieder aufgegangen ist, sollte ich eigentlich den diesjährigen Offroad Raid durch die Alpen planen und dann morgen auch losfahren.

Irgendwie hab ich aber mehr Lust, den kleinen Roller ans Laufen zu bringen und noch vor dem Kaffee kommt mir die Idee anstatt 1000 km nach Italien zu fahren, den Roller und die Trial-Honda in den Bus zu packen und mit dem kleinen Wohnwagen 4 Tage auf das wunderschöne Trialgelände nach Großheubach zu fahren.  Also heute den Roller grundsanieren.

Gedacht-> gemacht!

Als erstes muss der Tank raus und schon beginnen die Probleme, denn der geht scheinbar nicht raus, solange der Motor drin ist. Ich versuch's eine geraume Zeit ohne nennenswertes Ergebnis und entschließe mich, das Chassis etwas aufzuspalten. Dann flutscht er tatsächlich raus.

Die Brocken (siehe Kiste im vorangehenden Post) hab ich mit dem Hochdruckreiniger gelöst und aus dem Tank geschüttelt, den Rost versuch ich, jetzt mit Natronlauge zu lösen. Klappt, aber so gut wie immer behauptet, funzt das nicht. Etwas besser war das ganze dann mit Eau des Javel, aber ohne Anode und Stromquelle war das nur eine Notlösung. Für die ersten 1000 km wird es aber reichen.



Während der Rost im Tank einweicht, zerlege ich mal den Auspuff, der nicht nur an der Außenhülle dicht war. An dem Dämpfereinsatz war jedenfalls nur noch die Hälfte der Löcher offen. Die restlichen waren mit Ölkohle gefüllt, die sich kaum lösen ließ. Das Problem wird alsbald die Säge lösen.


Das Kettenblatt ist vermutlich noch aus 1970 hat 17.000km und könnte, dank der nun spitzen Zähne,  problemlos als Sägeblatt dienen. Die Kette ist gelängt und muss zwei Glieder hergeben. Jetzt lässt sie sich wieder so weit spannen, dass man gefahrlos fahren kann.


Die Reifen tragen einen Produktionscode, den ich gar nicht entschlüsseln kann. Vermutlich noch Erstausrüster Qualität. Die Oberfläche hat noch keine Risse, wie auch, die ist hart wie der Radring eines ICE. Die Weißwandreifen, die ich gerne montieren würde, sind bis Winter 2026 nicht lieferbar, also muss das schon irgendwie fahren.



Die Zündung steht auf Frühzündung und der Kontaktabstand stimmt auch nicht so ganz. Ich lass das erstmal so, da sie ja anspringt und auch läuft.


Völlig hinüber hingegen ist der Hahnenkamm der 3-Gang-Handschaltung. Der Roller lässt sich zwar schalten, aber der zweite Gang hält nicht und der erste lässt sich nur extrem schwer einlegen. Dummerweise gibt es das Teil nicht mehr als Ersatzteil oder Replika. Vermutlich werd' ich im Winter Material aufschweißen und dann neue Rasten hineinschleifen/-fräsen müssen. Grrrr.


Am Zylinder ölt es am Krümmeranschluss und etwas am Zylinderkopf und das auch schon ein paar tausend km, wie mir die Kruste am Motor verrät.


Nebenbei hab ich online auch ein Versicherungskennzeichen bestellt, aber ausgerechnet das hängt bis zum Abreisetag irgendwo bei der Post ab anstatt an meinem Roller. Die Nummer kenn ich ja schon und dank Drucker und Laminiergerät gibt es auch da eine Übergangslösung.


Dafür kam der 17er Vergaser aus China pünktlich.

Kurz zusammengefasst fahr ich also ohne Benzinhahn, ohne abgestimmten Vergaser, mit kaputter Schaltung, ausgelutschtem Antriebsritzel, auf alten Buchenholzreifen und verrostetem Tank nach Großheubach.

Was soll da schon schief gehen?

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